Die Geschichte Finnlands

Die Geschichte Finnlands ist über lange Zeit mit der Geschichte von Schweden und Russland verwoben. Das Land ist mittlerweile eine stolze, seit einhundert Jahren bestehende selbständige Republik. Mit seinem guten Bildungssystem und als ein wirtschaftlich-kulturelles Zentrum auf der skandinavischen Halbinsel ist Finnland ein wichtiges Mitglied der EU. Das Bruttoinlandseinkommen liegt in Finnland um 16 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, Finnland ist damit eines der reichsten Länder der EU. 
Wandeln Sie auf den Spuren der Geschichte in dem bis heute mehrsprachigen Land, entdecken Sie die lange und große Kultur dieses kleinen sympathischen Volkes. 

Geschichte Finnlands
•    10.000-5.000 v.Chr.: Eurasische Menschen kommen nach der Eiszeit nach Fennoskandinavien und leben hier Jahrtausende weitgehend isoliert. Sie gelten als die direkten Vorfahren der Samen.  Die Finnen nennen sich in Ableitung davon „Suomi“. 
•    8.500 v.Chr.: Die ältesten Artefakte der Jäger und Sammler im heutigen Finnland stammen aus der Suomusjärvi-Kultur in Südfinnland.
•    8.000 v.Chr.: Älteste Spuren menschlicher Besiedlung in der Finnmark im Norden des heutigen Norwegen. Die Komsa-Kultur - auch Finn-Kultur – ist eine steinzeitliche Kultur der Jäger und Sammler.
•    7.000 v.Chr.: Der Beginn einer dreitausend Jahre dauernden Warmzeit lockt Jäger in die Region.
•    Um 5.100 v.Chr.: Die Suomusjärvi-Kultur geht in die Kammkeramik-Kultur über, ein Beleg für die Sesshaftigkeit der Menschen. Zu dieser Zeit sprechen die Bewohner Finnlands hauptsächlich frühe finno-ugrische Sprachen.
•    Um 3.200 v.Chr.: Indogermanische Einwanderer aus dem baltischen Raum bringen die Streitaxtkultur in die Region, die sich zur Kiukainen-Kultur entwickelt.
•    Um 1.700 v.Chr.: Beginn der Bronzezeit, der Gebrauch von Metallgegenständen setzt sich von Südwesten aus durch. Viehzucht an der Küste, im Norden und Osten bestehen die Jägerkulturen fort. 
•    Um 500 v.Chr.: Beginn der Eisenzeit. Das Land ist durchgehend besiedelt. Einwanderer aus dem Südwesten verdrängen die Samen in den Norden.
•    100 v.Chr.: Zunehmender Handel mit den Skandinaviern, dem Baltikum und mit Mitteleuropa. Zahlreiche Einflüsse des Römischen Reiches sind nachweisbar. 
•    375/76-568: In der Zeit der Völkerwanderungen erlangen die Küstenregionen Wohlstand durch den Ostseehandel. Die Sauna ist seit dem 4./5. Jahrhundert elementarer Bestandteil der finnischen Kultur und Lebensweise.
•    Mitte 8. Jhr.: Beginn der Wikingerzeit, die von den als Handelsleute und Krieger mit Booten durch die Welt ziehenden Nordmännern geprägt ist. Während der Wikingerzeit besteht die finnische Bevölkerung aus vier Gruppen: Finnen, Tavastinaer, Karelier und Samen.  
•    Um 1000: Engerer Handel Ostfinnlands mit Nowgorod. Über die Handelsverbindungen kommt die Bevölkerung in Kontakt mit dem christlichen Glauben, im Westen mit dem römisch-katholischen, im Osten mit dem orthodoxen. 
•    1154: Schwedenkönig Erik IX. zieht in das Gebiet des heutigen Finnland ein, das Land gerät unter Jahrhunderte dauernden schwedischen Einfluss. Die Republik Nowgorod kontrolliert Karelien. Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Schweden und Nowgorod. Während der schwedischen Herrschaft verändert sich die finnische Ostgrenze ständig.
•    1323: Erste Grenzfestlegung zwischen Schweden und Nowgorod: Westkarelien geht an Schweden, Ostkarelien und Ingrien an Nowgorod. West- und Südfinnland wird über Schweden an die westliche Kultur angeschlossen, während Ostfinnland, Karelien, für lange Zeit in die Sphäre der russisch-byzantinischen Welt gelangt.
•    1379: Kalmarer Union. Margarethe I. Regentin von Dänemark, Norwegen, Schweden und damit auch Teilen von Finnland. Diese Regionen sind schwer von den Machtkämpfen zwischen Dänemark und Schweden betroffen.  
•    1493: Der deutsche Geograph Hartman Scheidel benutzt erstmals den Namen Finnland für das gesamte Landesgebiet. Diese Bezeichnung ist vom lateinischen Wort „Fennia" für nomadisierende Samen abgeleitet.
•    1495: Truppen aus Moskau greifen Finnland an.
•    1497: Die alte Grenze von 1323 zwischen Schweden und Nowgorod ist wieder gültig. 
•    1523: Christian II. wird als letzer König der Kalmarer Union abgesetzt, das führt zum Ende der Union. 
•    1596/97: Keulenkrieg - Aufstand der finnischen Bauern gegen den schwedischen Adel.  Die Bauern können sich keine Schwerter, Lanzen oder Pferde leisten, sie bewaffnen sich mit Keulen. Etwa 3.000 Menschen finden im erfolglosen Keulenkrieg den Tod, Bauernführer Jaakko Ilkka wird hingerichtet. 
•    1700-21: Russland, Dänemark-Norwegen und Sachsen-Polen greifen in Allianz Schweden an. Der Große Nordische Krieg beendet die Expansion Schwedens nach Osten.
•    1708-14: Die große Pest rafft zwei Drittel der Einwohner von Helsinki und weitere im ganzen Land dahin.  
•    1714: Zar Peter I. vernichtet die schwedischen Truppen in der Nähe von Hanko an der finnischen Südküste, er erobert die meisten Gebiete Finnlands. Die Finnen wehren sich gegen die russische Herrschaft, denn die Bevölkerung leidet unter hohen Steuern und Plündereien. Tausende Finnen fliehen nach Schweden.
•    1721: Frieden von Nystad, Schweden muss einen Teil Kareliens an Russland abtreten, Russland die besetzten Gebiete Finnlands Schweden überlassen.
•    1741/43: Russisch-Schwedischer Krieg, russische Truppen marschieren in Finnland ein und erobern die Städte Hamina, Porvoo und Hämeenlinna, sowie die finnische Hauptstadt Turku.
•    7.8.1743: Friede von Turku: es werden weitere südfinnische Gebiete bis zum Fluss Kymijoki Russland übergeben. 
•    1808/09: Russisch-Schwedischer Krieg, Schweden tritt Finnland und Teile Lapplands an Russland ab. 
•    1809-1917: Finnland wird an das Russische Kaiserreich angegliedert, bewahrt jedoch Teile seiner Selbständigkeit als Großfürstentum Finnland. Der evangelisch-lutherischer Glaube bleibt Staatsreligion. Zum ersten Mal in der Geschichte bekommt Finnland seinen eigenen Senat. Hauptstadt wird 1812 Helsinki. 
•    1917/18: Finnland erlangt seine Eigenständigkeit. Nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zu Schweden und Russland erklärt das finnische Parlament am 6. Dezember 1917 nach der Februar-Revolution in Russland Finnlands Unabhängigkeit, die im Jahre 1918 endgültig durchgesetzt wird. Zur gleichen Zeit bricht der Finnische Bürgerkrieg aus, bei dem rote Truppen die Hauptstadt erobern. Die bürgerliche Seite wahrt die Herrschaftsverhältnisse und bestätigt 1919 die parlamentarische Republik.
•    1939: Winterkrieg: die Sowjetunion greift das Land an. Finnland muss im Friedensvertrag von 1940 große Teile Kareliens, darunter die zweitgrößte finnische Stadt  Wyborg an die Sowjetunion abtreten. 
•    1944: Finnland tritt in den Weltkrieg ein, der als Fortsetzungskrieg bezeichnet wird. Der Krieg endet mit dem Separatfrieden von Moskau. Die Gebietsverluste des Winterkrieges werden bestätigt, zudem muss das Gebiet Petsamo abgetreten werden. Infolge der Kriege fliehen 350-400 Tausend Menschen aus den besetzten Gebieten. 
•    1945: Wiederaufbau, Wirtschaftswachstum, im Kalten Krieg nimmt Finnland mit seiner Neutralitätspolitik eine Sonderstellung ein. 
•    1956-1982: Präsident Urho Kekkonen prägt die finnische Politik nachhaltig.
•    1973: 1. Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki 
•    1975: KSZE-Schlussakte von Helsinki 
•    1995: Finnland wird Mitglied der EU.
•    2002: Einführung des Euro
•    2003: Mit Anneli Jäätteenmäki übernimmt erstmals eine Frau das Amt des finnischen Regierungschefs, tritt aber nach nur 63 Tagen im Amt zurück. Ihr Nachfolger ist Matti Vanhanen. 
•    2015: Juha Petri Sipilä ist Ministerpräsident von Finnland.