Die Geschichte Tschechiens

Geschichte beim Urlaub in der Tschechischen Republik
Die Geschichte von Tschechien ist über die Přemysliden, Luxemburger und Habsburger eng mit der Geschichte Europas verwoben. Als ein wirtschaftlich-kulturelles Zentrum leistete das Land einen wichtigen Beitrag zur europäischen Entwicklung. Entdecken Sie das ehemalige Böhmen, Mähren und Schlesien! Spüren Sie der großen Kultur und Geschichte von Prag, dem Brauchtum der historischen Gebiete nach. Sehen Sie einzigartige Denkmale von der Zeit des Mährerreiches bis zur Tschechischen Republik. 
Die Kelten brachten den Weinbau in die Region, in Mähren wird noch heute erfolgreich Weinbau betrieben. Böhmen ist für Hopfenanbau und gutes Bier weltberühmt. 

Geschichte Tschechiens

•    Altsteinzeit - erster Nachweis einer Besiedlung. Das Alter der Venus von Dolní Věstonice wird auf etwa 29.000 Jahre geschätzt.
•    5300-4500 v. Chr.: weitreichende neolithische Besiedlung
•    800 bis 400 v.Chr.: Besiedlung durch Kelten
•    Ab 450 v.Chr.: Der keltische Stamm Boier besiedelt Teile des Gebietes, dessen lateinische Bezeichnung Boiohaemum wird der Namensgeber für Böhmen.
•    Beginn der Zeitrechnung: germanische Stämme verdrängen die Kelten: Markomannen in Böhmen, Quaden in Mähren.
•    Völkerwanderung: Entvölkerung des Gebietes
•    Um 550: Einwanderung von Slawen
•    623-658:  Reich des Samo. Der Kaufmann aus dem Frankenreich war der erste namentlich bekannte König eines slawischen Reiches. 
•    768-814: Böhmen vermutlich unter fränkischer Oberhoheit
•    Anfang 9. Jhr: an den Grenzen zum Ostfrankenreich, zu Pannonien und zum Bulgarischen Reich entsteht das Mährerreich unter Fürst Mojmir I.
•    863: Die Byzantinischen Mönche Kyrill und Method weilen in Mähren, sie begründen die slawische Liturgie.
•    Bis 888: Bořivoj I. ist der erste historisch belegte böhmische Herrscher der Přemysliden. Er lässt christliche Kirchen bauen, legt den Grundstein für die Prager Burg. Seine Frau Ludmilla wird später heilig gesprochen, sein Enkel Wenzel wird der erste böhmische Heilige. 
•    888-895: Böhmen Teil des Mährerreiches 
•    894: Tod des Mojmiridischen Herrschers Svatopluk I., Einfluss der römisch-katholischen Kirche wächst wieder. 
•    Ende 9.Jhr.: Das Geschlecht  der Přemysliden ist bis 1306 mit Unterbrechungen um 1000 in Böhmen an der Macht.
•    907: Zerfall des Mährerreiches 
•    1031: Mähren an Böhmen angeschlossen 
•    1085: Vratislav II. wird vom römisch-deutschen König Heinrich IV. zum ersten böhmischen König gekrönt. Zuwanderung von deutschen Siedlern.
•    1212: Sizilische Goldene Bulle sichert Ottokar I. Erblichkeit des Königstitels zu. Friedrich II. gliedert Königreich Böhmen dem Heiligen Römischen Reich mit weitreichender Autonomie an. Böhmische Herrscher gehören zu den 7 Kurfürsten.
•    1306: Ermordung von Wenzel III. in Olomouc. Ende der Dynastie der Přemysliden.
•    1310: Johann von Luxemburg heiratet Tochter von Wenzel II., er ist König von Böhmen und fällt in der Schlacht bei Crécy zu Beginn des 100-jährigen Krieges. 
•    1347: Sohn Karl IV. wird König
•    1348: Gründung der Karls-Universität Prag als erste nördlich der Alpen
•    1355: Karl IV. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Prag Residenzstadt.
•    1356: Karl IV. erlässt Goldene Bulle. Das Grundgesetz ist bis 1806 gültig.
•    1378: Karl IV. teilt seine Erblande per Testament unter seinen Söhnen auf: Kerngebiet des Königreiches Böhmen geht an Wenzel IV., der deutscher König wird.
•    1415:Kirchenreformator Jan Hus wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Beginn der Hussitenbewegung.
•    1419: Römisch-deutscher Kaiser Sigismund von Luxemburg wird König von Böhmen
•    1458: Jiří z Poděbrad - Georg von Podiebrad  - wird als erster protestantischer König Europas von den böhmischen Ständen gewählt. Sein Amt war nicht vererbbar.
•    1471: Vladislav II., Sohn des polnischen Königs der Jagiellonen  wird König von Böhmen, sowie Ungarn und Kroatien. 
•    1526: Sein Sohn Ludwig II.  fällt in der Schlacht gegen die Türken bei Mohács. Das Königreich Böhmen wird Teil des Herrschaftsgebiets der Habsburger. Die Stände akzeptieren Ferdinand I. als König. 
•    1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I. Nach der Niederschlagung erste Einschränkungen der Sonderrechte des Königreiches Böhmen. 
•    1583: Kaiser Rudolf II. zieht mit seinem Hof von Wien nach Prag.
•    1609: Rudolf II. erlässt Majestätsbrief über Religionsfreiheit.
•    1611: Matthias wird König, 1612 römisch-deutscher Kaiser.
•    1618: Prager Fenstersturz leitet Aufstand gegen Kaiser ein. Beginn des 30-jährigen Krieges, der weite Teile Europas verwüstete.
•    1619: Stände wählen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König von Böhmen.
•    1620: Sieg des kaiserlichen Heeres: die tschechischen Kronländer Böhmen, Mähren und Österreich-Schlesien gehören bis 1918 zu Österreich-Ungarn.
•    1918: Zerfall der k. und k. Monarchie Österreich-Ungarn. Ausruf des Zusammenschlusses von Tschechen und Slowaken.  Unabhängige Tschechoslowakei. Präsident der Ersten Republik ist Tomáš G. Masaryk. Sein Nachfolger wird 1935 der langjährige Außenminister Eduard Beneš.
•    1938: Infolge des Münchener Abkommens müssen die sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich abgetreten werden. Beneš tritt 1938 zurück.
•    1939-45: Unter militärischem Druck werden die tschechischen Gebiete als Protektorat Böhmen und Mähren dem Deutschen Reich angegliedert. 
•    1942: Zerstörung des Dorfes Lidice und Ermordung seiner männlichen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten als Vergeltungsaktion für das Attentat auf den stellv. Reichsprotektor Heydrich.
•    1945: Wiederherstellung der Tschechoslowakei (mit Ausnahme der Karpato-Ukraine). Zwangsaussiedlung der Sudeten- und Karpatendeutschen. Beneš wird wieder Staatspräsident. 
•    1948: Staatsstreich zwingt Beneš zum Rücktritt, sein Nachfolger wird bis 1953 der Kommunist Klement Gottwald. Vereinigung der Sozialdemokraten mit der KPC. Umgestaltung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild.
•    1957: Vorsitzender der KP, Antonín Novotný, wird Staatspräsident. 
•    16. Juni 1960: Umbenennung in Tschechoslowakische Sozialistische Republik – ČSSR.
•    1968: Alexander Dubček wird Novotnýs Nachfolger und leitet eine Liberalisierung der Innenpolitik ein - Prager Frühling. Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts im August und brutale Niederschlagung der Reformbestrebungen. Flüchtlingswelle ins Ausland. Dubček verliert seine Ämter, Liberalisierung wir rückgängig gemacht.
•    1975: Gustav Husák wird Staatspräsident.
•    1977: Entstehung der Bürgerrechtsbewegung Charta 77, Sprecher: J. Hajek, V. Havel und J. Patočka.
•    1989: „Samtene“ Revolution. Zunehmende Massendemonstrationen bewirken Dialog zwischen Regierung und Opposition. Vaclav Havel, Sprecher des neu gegründeten Bürgerforums OF, wird nach dem Rücktritt Husáks zum Staatspräsidenten gewählt. Dubček wird Parlamentspräsident.
•    29.3.1990: Umbenennung des Staates in Tschechische und Slowakische Föderative Republik -  ČSFR.
•    1.1.1993: Auflösung der Föderation, Gründung der Tschechischen Republik
•    2004: Tschechische Republik tritt der EU bei. 
•    2007: Schengener Abkommen: Grenzkontrollen entfallen zu den Nachbarländern. 
•    2009: EU-Ratspräsidentschaft
•    2013: Miloš Zeman erster direkt gewählter Staatspräsident 
•    2017: Ministerpräsident Andrej Babiš, 16.1.2018 Rücktritt nach gescheiterter Vertrauensabstimmung, geschäftsführend im Amt.