Die Geschichte Norwegens

Die Geschichte Norwegens ist eng mit der Geschichte von Dänemark und Schweden verwoben. Als ein wirtschaftlich-kulturelles Zentrum leistete das Land einen bestimmenden  Beitrag zur nordeuropäischen Entwicklung. 
Wandeln Sie auf den Spuren der Wikinger, entdecken Sie Stabkirchen, die große Kultur der Kalmarer Union und das heutige Norwegen als eines der reichsten Länder Europas. 

Geschichte Norwegens
•    10.500 v.Chr.: Älteste Artefakte aus der Fundstätte Blomvåg belegen die Anwesenheit von Menschen: noch nicht sesshafte Jäger und Sammler.
•    9000 v.Chr.: Fosna-Komplex: Einzelkulturen Norwegens, Komsa-Kultur im Norden bei Alta, Felsritzungen belegen permanente Anwesenheit des Menschen.
•    8000 v.Chr.: Älteste Spuren menschlicher Besiedlung in Finnmark, an der Küste von Møre, Trøndelag sowie im Süden und Westen des Landes.
•    7000 v.Chr.: Der Beginn einer dreitausend Jahre dauernden Warmzeit lockt Jäger in diese Region.
•    5000 v.Chr.: Funde von Kammkeramik im Varangerfjord  belegen Sesshaftigkeit.
•    4200-2800 v.Chr.: In der Jungsteinzeit entwickelt sich u.a. in Südskandinavien die vom Ackerbau geprägte so genannte Trichterbecherkultur, Funde in Dolmen.
•    Ab 2800 v.Chr.: In Südnorwegen breitet sich schnurkeramische Kultur aus.
•    Um 2500 v.Chr.: Ackerbau nimmt wieder ab.
•    Um 2000 v.Chr.: Verwendung von Bronze, „Metallzeit“ in Skandinavien.
•    Um 500 v.Chr.: Verwendung von Eisen. Der Bau von Booten in Kraweelbauweise verbreitet sich. 
•    Zeitenwende: Einflüsse des Römischen Reiches sind nachweisbar, Handel mit Rom. Die Nordsee wird dank reger Handelskontakte zum Germanischen Binnenmeer. Der Nordweg von der Südspitze Norwegens an der Küste entlang bis zum Hohen Norden wird zur Hauptverkehrsader, es entwickelt sich eine reiche Kultur. Neuer Herrschertypus: nicht nach Abstammung, sondern nach Verdienst gewählte Könige an der Spitze der Stämme. 
•    200: Älteste  Funde mit Runenschrift, die bis etwa 700 verwendet wird.
•    Um 550: Womöglich eine Epidemie unterbricht wirtschaftlichen Aufschwung.
•    7. Jhr.: Verbindung zu Mitteleuropa nimmt wieder zu, Landwirtschaft erlebt neue Blüte, Bevölkerung wächst wieder, erste Kleinreiche: Ringerike, Romerike, Hadeland und Hedmark, sowie großer Rechtsverband in Trøndelag.
•    Mitte 8. Jhr.: Beginn der Wikingerzeit, die geprägt ist von den als Handelsleute und Krieger mit guten Booten aufbrechenden Nordmännern.      
•    800-1050: Raubzüge und Handelsreisen der Wikinger, Kolonialisierung von Nordengland, Schottland und Irland, Man, Shetland, den Orkneyinseln, Hebriden, Färöerinseln, Island und Grönland, die teilweise bis 1472, teilweise länger zu Norwegen gehören.
•    872: Wikingerhäuptling Harald Hårfarge vereint Norwegen zu einem Reich, einem blühenden und wohlhabenden Land. Gesellschaft ist von Familienverbänden geprägt.
•    933: Tod von Harald Hårfarge, Sohn Erik Blodøks übernimmt die Herrschaft.
•    935: Håkon der Gute übernimmt die Herrschaft, vertreibt seinen Bruder Erik.
•    960: Dänischer König Harald Blauzahn unterstützt Erikssöhne und lässt sich in Tønsberg als König von Norwegen huldigen. Volk akzeptiert Erikssöhne als Unterkönige.
•    961: ältester Erikssohn Harald Gråfell kontrolliert als erster König den Handel an der gesamten Westküste Norwegens. Konflikt mit Harald Blauzahn. 
•    970: Harald Gråfell wird am Limfjord erschlagen, Erikssöhne fliehen ins Ausland
•    995: Olav Tryggvason, Enkeln von Harald Hårfarge kehrt aus England zurück. Er beginnt erneute Missionierung an der Westküste, prägt die ersten norwegischen Münzen. Er gründet Trondheim und stirbt in der Schlacht bei Svolder.
•    Um 1000: Wikinger erreichen Neufundland vor der Küste Amerikas. Nordfrankreich wird von den Nordmännern besiedelt: Normandie entsteht.
•    1015: Olav der Heilige kommt aus England, 1016 wird er König und legt die Basis für die Kirchenverfassung. Er macht sich die Aristokratie in Trøndelag zum Feind und muss 1028 fliehen.
•    1030: König Olav stirbt in der Schlacht um Stiklestad. Norwegen geht an das nordische Großreich des Dänen Knut der Große. 
•    1031: Olav wird zum Heiligen erhoben. In diese Zeit fällt der Bau erster Stabkirchen.
•    1035:  Nach dem Tod seines Vaters Knut der Große kommt Magnus der Gute als König an die Macht.
•    1041/1042: Magnus ist König über Norwegen und Dänemark. 
•    1045: Sein Onkel Harald Hardråde erhebt als Bruder Olavs des Heiligen Anspruch auf die norwegische Königskrone. 
•    1046: Vergleich und Reichsteilung: Harald König von Norwegen, Magnus König von Dänemark. 
•    1066: Nach Tod Haralds werden Söhne Olav und Magnus Könige von Norwegen. Darauf folgen Olavs Söhne. 
•    1103: Tod von Magnus Barfot, dem Sohn Olavs. Er gilt als letzter Wikingerkönig. Ihm folgen seine Söhne: Øystein kümmert sich um die innere Konsolidierung des Reiches, baut Bergen aus und gründet das Kloster Munkeliv. Sigurd zieht als erster europäischer König in einen Kreuzzug.  
•    1123: Øystein stirbt,  Sigurd ist bis zu seinem Tode 1130 allein König.
•    1134: Der Krieg zwischen den Söhnen Sigurds weidet sich auf ganz Skandinavien aus.
•    1163: Magnus wird offiziell als erster norwegischer König gekrönt, der Krönungseid und die kirchliche Weihe gaben dem norwegischen Königtum einen neuen Inhalt. Thronfolgegesetz.
•    1200-1300: In dieser Periode geht es dem Land trotz Zwistigkeiten unter den Herrschern sehr gut. Es werden Städte gebaut. Europäischer Einfluss in der Literatur und Architektur. Die Hanseaten bekommen Handelsprivilegien und dominieren bald den Handel.
•    1260: Thronfolgegesetz führt endgültig  das Ein-Königtum für Norwegen ein. 
•    1348/49: Pestepidemie kostet 1/3 der Landesbevölkerung das Leben. Oberschicht wird nach und nach von Dänen ersetzt.
•    1379: Kalmarer Union. Margarethe I. Regentin von Dänemark, Norwegen, Schweden.
•    1397: Erich von Pommern wird als „Erbe des Norwegischen Reiches“ in Kalmar erster König der Union.
•    1450: Die Union und gemeinsame Königswahl werden vertraglich bestätigt, die Position Norwegens wird immer schwächer.
•    1523: Christian II. letzer König der Union wird abgesetzt. Ende der Kalmarer Union, Norwegen wird de facto autonome dänische Provinz.
•    1536: Christian III. führt Reformation ein, lutherische Kirchenordnung. Norwegen wird Dänemark unterworfen und von dort aus regiert.
•    1814: Dänemark muss Norwegen an Schweden abtreten. Norwegen erhält eine eigene Verfassung.
•    1905: Die Union mit Schweden wird aufgelöst. Der dänische Prinz Carl wird unter dem Namen Haakon VII. König von Norwegen.
•    1909: Rund 900.000 Norweger sind in den letzten 70 Jahren nach Amerika ausgewandert.
•    1914-1918: Erster Weltkrieg. Norwegen ist neutral. 
•    1940-1945: Zweiter Weltkrieg. Norwegen wird von deutschen Truppen besetzt. 
•    1949: Gründungsmitglied der NATO
•    1960: Mitglied der EFTA. Norwegen engagiert sich in der Entwicklungshilfe für Länder der Dritten Welt.  
•    1967: Ölfunde in der Nordsee. Ölproduktion sichert dem Land solide Einnahmen. 
•    1972: Volksabstimmung: klares Nein zur EU-Mitgliedschaft.
•    1981-1996: Ära Brundtland, die dreimal Ministerpräsidentin ist. 
•    1993: Oslo-Friedensprozess. Oslo-Abkommen. Inzwischen wird ein Prozent des Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe weltweit eingesetzt.
•    1994: Erneute Volksabstimmung: knappes Nein zur EU-Mitgliedschaft. 
•    2011: Anschlag auf Regierungsviertel und Amoklauf fordert 77 Tote.
•    2013: Regierung der Ministerpräsidentin Solberg