Die Geschichte Niederösterreichs

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Die Geschichte von Niederösterreich deckt sich in den meisten Epochen mit der Geschichte Österreichs. In Niederösterreich wird der spätere Name des Herzogtums und Kaiserreiches Österreich geprägt. Dennoch gibt es einige regionsspezifische Entwicklungen. 
Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Geschichte des Bundeslandes Niederösterreich.

Geschichte von Niederösterreich 

•    Prähistorische Funde belegen die Besiedlung seit der Mittelsteinzeit: die Venus von Willendorf entstand um 25.000 v. Chr. 
•    5500 bis 2200 v. Chr.: Jungsteinzeit in Niederösterreich, Gründung von Siedlungen vor allem im Weinviertel
•    1800-800 v.Chr.: Bronzezeit
•    Ab 800 v.Chr.: Eisenzeit, im niederösterreichischen Voralpenraum leben Kelten.
•    450 v.Chr.: Kelten errichten den Staat Noricum.
•    15 v. Chr.: Die Römer erobern das Gebiet, Noricum wird Teil des Römischen Reiches. Die Region des heutigen Niederösterreichs südlich der Donau gehört zur Provinz Pannonia, der Rest zur Provinz Noricum.
•    1. Jhr.: Das Legionslager Carnuntum entwickelt sich zum Schutz des Limes.
•    2. Jhr.: Die Zivilstadt Carnuntum – beim heutigen Petronell-Carnuntum im Industrieviertel - wird Verwaltungsmittelpunkt der Provinz Pannonia.   
•    Völkerwanderung: Der römische Einfluss schwindet in den Ländern an der Donau.
•    6.-8. Jhr.: Awaren und Slawen besiedeln das Gebiet, gleichzeitig dringen die Bajuwaren bis zur Enns vor.
•    788: Herzogtum Baiern geht an das Reich des Frankenkönigs Karl der Große.
•    800: Gründung der Awarenmark und der Mark Karantanien
•    843: Vertrag von Verdun: Herzogtum Baiern geht an Ostfrankenreich.
•    896: Landnahme der Magyaren im Karpatenbecken, Vordringen nach Westen.
•    955: Nach der Niederlage auf dem Lechfeld werden sie zurückgedrängt. Deutsche Besiedelung der Ostalpenländer.
•    975: Babenberger erhalten das Gebiet: gründen Marcha orientalis, das spätere Ostarrichi – Markgrafenschaft Österreich, Teil des Herzogtums Bayern.
•    Eine Urkunde aus dem Jahre 996 ist der älteste Nachweis des Namens Ostarrîchi, aus dem später Österreich wird.
•    1095: Leopold III. aus Gars am Kamp wird Markgraf von Ostarrîchi, 1485 wird er als Leopold von Klosterneuburg heilig gesprochen, er gilt u.a. als Landespatron von Österreich. Residenzen Pöchlarn, Melk und dann Klosterneuburg.
•    12. Jhr.: Gründung von Stift Klosterneuburg und anderen Klöstern, Urbarmachung des Landes, Städtegründungen
•    1142: Heinrich II. wählt Wien als Hauptstadt der Markgrafenschaft
•    1156: Ostarrîchi bestehend aus Nieder- und Oberösterreich wird von Bayern getrennt und eigenes Herzogtum Österreich.
•    1246: Erbfolgestreit, Ottokar II. Přemysl vereint Babenbergische Länder mit Böhmen, 1253 wird er König von Böhmen
•    1273: Rudolf I., Graf von Habsburg wird römisch-deutscher König.
•    1278: Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld um das Erbe der Babenberger: Sieg der Habsburger über Ottokar II. Zweitgrößte Ritterschlacht der Geschichte. 
•    1329: Habsburgischer Landeshauptmann im Herzogtum Österreich.
•    1458: Österreich unter der Enns (nied der Enns) geht an Friedrich III. 
•    15.Jhr.: Niederösterreich erreichen die Kriege des Ungarnkönigs Matthias Corvinus. 
•    1520: Das Land öffnet sich der Reformation, die hier besondere Resonanz findet.
•    1525: Bauernaufstand, weitere 1594-1598 gegen Unterdrückung.  Hinrichtungen.
•    1529: Erster Vorstoß der Türken bis nach Niederösterreich, schwere Heimsuchung.
•    1564: Kaiser Maximilian II.
•    1570: Beginn der Gegenreformation.
•    1619: protestantischen Stände schließen Bündnis mit den Ständen des Königreichs Böhmen
•    1625: Forderung demütiger Abbitte und Unterwerfung von den Ständen, evangelischer Adel konvertiert oder verlässt das Land.
•    1645: 30-jähriger Krieg erreicht nach Schlacht bei Jankau Niederösterreich. Schwedische Truppen verwüsten große Teile des Weinviertels, viele Gemeinden und Burgen werden zerstört.
•    1671-1711: Kuruzen-Einfälle
•    1683: Zweite Wiener Türkenbelagerung, Perchtoldsdorf leidet besonders unter den Angriffen. Danach Neubesiedlungen.
•    18. Jhr.-1866: Einfälle der Preußen
•    1781: Toleranzpatent beendet Gegenreformation.
•    1805-1809: Napoleonische Kriege
•    1837: Beginn des Baus eines Eisenbahnnetzes im Zuge der Industrialisierung.
•    1848: Das Bürgertum stürzt Franz I., woraufhin Kaiser Franz Joseph I. die Regentschaft übernimmt. Mit seiner Gattin Elisabeth prägt er nachhaltig das Bild vom österreichischen Kaisertum. 
•    1918: Ende des Ersten Weltkrieges. Zerfall der k. u. k. Monarchie. Schloss Eckartsau geht als letzter Wohnsitz Kaiser Karl I. in Österreich in die Geschichte ein. Niederösterreich wird größtes Bundesland der Republik Österreich.
•    1919: Im Friedensvertrag von Saint-Germain müssen Gebiete an die neue Tschechoslowakei abgetreten werden, auch Feldsberg geht an Mähren. 
•    1922: Trennung von Niederösterreich und Wien. Das neugegründete Bundesland verliert seine Hauptstadt, die Landesverwaltung bleibt aber weiterhin in Wien.
•    1933: Staatsstreich in Wien durch den niederösterreichischen Engelbert Dollfuß, er begründet den austro-faschistischen Ständestaat. 1934 wird er ermordet.
•    1938: Wien bleibt nach dem „Anschluss“ weiterhin Verwaltungssitz, Krems an der Donau wird formell Gauhauptstadt von „Niederdonau“. 
•    1945: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges Rückgliederung von zurückgeholten Gebieten. Der Zusammenbruch des Dritten Reiches war mit schweren Heimsuchungen verbunden. Niederösterreich ist russische Besatzungszone, was den Aufbau erschwert.
•    1955: Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages mit den Alliierten. Bundesland Niederösterreich muss einen bis in die siebziger Jahre dauernden Aufholprozess im Wiederaufbau durchmachen.
•    1986: St. Pölten wird nach einer Volksbefragung Landeshauptstadt, Bau eines Regierungsviertels. 
•    1997: Übersiedlung von Landtag, Landesregierung, Landesverwaltung von Wien nach St. Pölten
•    1989: Lockerung der Grenzkontrollen zur Tschechoslowakei
•    2004: EU-Beitritt der Tschechischen Republik und der Slowakei, die 414 Kilometer lange Grenze wird EU-Innengrenze.